Musik-/Theaterstücke

Herz­li­ch Will­kom­men in mei­ner Stü­cke-Gale­rie! Hier fin­den Sie mei­ne Büh­nen­wer­ke der letz­ten Jah­re. Begon­nen hat alles mit den Live-Hör­spie­len, in denen ich mei­ne Lust am Dia­lo­ge schrei­ben mit der Spiel­freu­de der Akteu­re ver­bun­den habe. Obers­tes Gebot: alles außer Lan­ge­wei­le. Dann nutz­te ich das For­mat, um mit den anar­chi­schen Mit­teln bis hin zum Kla­mauk, poli­ti­sch aktu­el­le Über­for­de­run­gen auf­zu­ar­bei­ten und die­se mit viel Recher­che­auf­wand, Exper­ten-Inter­views und ste­ten Aktua­li­sie­run­gen für uns zu lösen — aber auch das Live-Hör­spiel hat Gren­zen… Auch für eini­ge spä­te­re Stü­cke stand die Rat­lo­sig­keit über und der Zwei­fel am gesun­den Men­schen­ver­stand Pate — und der Humor als Mit­tel, um die­sem zu begeg­nen. Wenn wir über uns lachen kön­nen, wer­den wir erwach­sen, las ich neu­li­ch. Aber ich schlie­ße nicht aus, dass ich es nicht auch mit dem Wei­nen pro­bie­ren wer­de.
Neben den Wer­ken, die es bis hier­hin geschafft haben, gibt es natür­li­ch vie­le wei­te­re Pro­jek­te, die gra­de ent­ste­hen, die als Expo­sé kur­sie­ren, die auf Auf­ar­bei­tung war­ten, die noch nicht ver­öf­fent­licht wer­den dür­fen — wenn es Sie inter­es­siert, wor­an ich noch so arbei­te: kon­tak­tie­ren Sie mich gern.

 

V E R L I E B T   I N   L O T T E
Thea­ter­stück mit Lie­dern nach Goe­thes Wer­t­her

Johann kommt nach Wetz­lar, um dort sei­ne ers­te Stel­le als Jurist anzu­tre­ten. Vor­über­ge­hend fin­det er ein Zim­mer im Gast­haus ´Zum Amt­mann´, das von der schö­nen Lot­te gelei­tet wird. Kaum ein­ge­zo­gen, stellt er fest, dass er dort nicht allei­ne lebt: der jun­ge Wer­t­her vege­tiert dort heim­li­ch vor sich hin, in gren­zen­lo­ser, über­schäu­men­der Lie­be zu Lot­te ent­brannt. Auch die Andro­hung juris­ti­scher Kon­se­quen­zen beein­dru­cken den Ver­lieb­ten nicht – er bleibt! Der sprö­de, lie­bes­un­wil­li­ge Johann spürt, wie er in sei­nem eige­nen Zim­mer an Boden ver­liert. Als Lot­te erscheint, ver­stri­cken sich die drei in eine stür­mi­sche Mena­ge à trois — doch am nächs­ten Mor­gen ist für die drei nichts mehr wie es war oder sein soll­te…

Autor: Cars­ten Gol­be­ck
Musik: Domi­nik Walen­ciak
Regie: Tho­mas Hel­mut Heep
Pre­mie­re 27.6.2020

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen

D E R   H A I M H A U S E R   B A L L   D E R   V A M P I R E
Nach einer maß­ge­schnei­der­ten Fas­sung des Som­mer­nachts­traums im Jah­re 2015 (Regie: Sarah Kohrs) war dies die zwei­te Pro­duk­ti­on für den Haim­hau­ser Kul­tur­kreis (Regie: Phil­ipp Jeschek). Und da es sowohl mir als auch den Dar­stel­lern und all den Zuschau­ern einen Rie­sen­spaß gemacht hat, wird es auch noch eine drit­te Pro­duk­ti­on geben. Der­zeit in Pla­nung.

Inhalt:
Haim­hau­sen, 1950. Mit ganz Bay­ern geht es lang­sam aber ste­tig wie­der berg­auf. Nur das klei­ne Dorf Haim­hau­sen wird von Miss­ern­ten und Armut geplagt. Die Geis­ter­se­he­rin Gretl macht einen alten Pakt mit den Wesen der Dun­kel­heit dafür ver­ant­wort­li­ch, aber kei­ner hört ihr zu. Statt des­sen suchen sie ihr Heil im Tou­ris­mus. Denn wei­ter süd­li­ch begin­nen die Schlös­ser König Lud­wigs II. zu boo­men – war­um also nicht das unspek­ta­ku­lä­re Haim­hau­ser Schloss zu einem Tou­ris­ten­ma­gne­ten im Sti­le Lud­wigs umbau­en? Kaum ist der Plan für ein Mär­chen­schloss gefasst, ruft das die Grä­fin der Unter­welt auf den Plan. Seit Jahr­hun­der­ten wohnt sie mit ihrem unto­ten Gefol­ge in den alten Schloss­kel­ler­ge­wöl­ben und sie war­ten nur dar­auf, dass der alte Pakt gebro­chen wird, damit sie wie­der Men­schen bei­ßen dür­fen, statt immer nur Kühe.
Bevor die Situa­ti­on eska­lie­ren kann, taucht auch noch ein berühmt –berüch­tig­ter Vam­pir­jä­ger mit sei­nem Aus­zu­bil­den­den auf, der der Grä­fin auf der Spur ist. Aber zu spät: die Vam­pi­re rocken Haim­hau­sen und es scheint nichts zu geben, was sie auf­hält…

Pres­se

Biss zum Hap­py End
Die Groß­pro­duk­ti­on “Haim­hau­ser Ball der Vam­pi­re” ist ein so ein­drucks­vol­les wie
wit­zi­ges Thea­ter-Spek­ta­kel
Von Doro­thea Fried­rich

Am Frei­tag war die umju­bel­te Pre­mie­re der jüngsten Groß­pro­duk­ti­on des rührigen
Haim­hau­ser Kul­tur­krei­ses im Hani­el­schen Thea­ter­stadl. Mehr als 100 größtenteils
ehren­amt­li­che Mit­wir­ken­de auf und hin­ter der Bühne, in der Tech­nik und beim
Cate­ring wie­der ein­mal für ein sol­ches Event zu begeis­tern, ist an sich schon eine
Leis­tung. Die not­wen­di­gen Pro­duk­ti­ons­kos­ten — die Rede war von einem höheren
fünfstelligen Betrag trotz Unterstützung von Gemein­de und Land­kreis -
auf­zu­brin­gen, eine wei­te­re. Geschrie­ben hat das Musik­thea­ter­spek­ta­kel Cars­ten
Gol­be­ck. Regis­seur Phil­ipp Jeschek hat dar­aus eine irr­wit­zi­ge, action-gela­de­ne
Show gemacht, mit locke­ren Raum- und Zeitsprüngen und ohne Rücksicht auf
politi­cal cor­rect­ness. Doch wie es dazu kom­men konn­te, was sich dar­aus ergibt
und wie die­se Sto­ry endet, ist so extrem abge­fah­ren, so vol­ler Lokal­ko­lo­rit, dass es
eigent­li­ch nur die Haim­hau­ser in einer bewun­derns­wer­ten Gemein­schafts­leis­tung
auf die Bühne brin­gen können.
Ein­deu­ti­ge Zwei­deu­tig­kei­ten und Wort und Requi­si­te haben Autor und Regis­seur
auffällig unauffällig ver­packt, diver­se Handlungssprünge überwinden sie mühelos,
und ob das alles einen tie­fe­ren Sinn hat oder auch nicht, ist nach drei Stun­den
herz­haf­ten Vergnügens sowie­so egal. Da gilt nur noch, in den Schluss­song der
schrägen Vam­pir­ge­sell­schaft ein­zu­stim­men: “Hap­py End ist, wo der Spaß anfängt.”
Und der fängt auf die­sem Ball der Vam­pi­re schon ganz zu Anfang an.

Quel­le: Pre­mie­re — Biss zum Hap­py End — Süddeutsche.de 05.07.19, 12*16

Über den Som­mer­nachts­traum gab es unter ande­rem fol­gen­des in der SZ zu lesen:
Autor Cars­ten Gol­be­ck ist eine Adap­ti­on des Shake­speare-Stücks gelun­gen, die
Lai­en­dar­stel­ler einer­seits her­aus­for­dert und die sie ande­rer­seits meis­tern kön­nen. Er hat
eine Kunst­spra­che erfun­den, die den hohen Ton der Vor­la­ge mit den sprach­li­chen
Mög­lich­kei­ten der Schau­spie­ler ver­bin­det. Mehr noch: Er hat die Tex­te auf sie
zuge­schrie­ben. Die­se Leis­tung hat­te sich Sebas­ti­an Feld­ho­fer zum 30. Jubi­lä­um des von
ihm mit­be­grün­de­ten Kul­tur­krei­ses Haim­hau­sen gewünscht. Feld­ho­fer ist
Ver­wal­tungs­di­rek­tor des Volks­thea­ters in Mün­chen, an dem Cars­ten Gol­be­ck acht­ein­halb
Jah­re Dra­ma­turg war, bevor er sich ent­schloss, nur noch als Autor zu arbei­ten.

Quel­le: Wir Lust­spiel-Hip­pies ‚von Wolf­gang Eit­ler, Haim­hau­sen
Süd­deut­sche Zei­tung, Dach­au­er Aus­ga­be, 22.6.2015

G O  T R A B I   G O  Urauf­füh­rung

Eine musi­ka­li­sche Road-Komö­die nach dem gleich­na­mi­gen Film von Peter Timm und Rein­hard Klooss | Buch: Chris­ti­an Kühn | Musik: Domi­nik Walen­ciak | Songtexte/Dramaturgie: Cars­ten Gol­be­ck | Krea­ti­ve Ent­wick­lung: Kat­ja Wolff
Urauf­füh­rung: 14.09.2018

Die Mau­er ist gefal­len und Fami­lie Struutz aus Bit­ter­feld wild ent­schlos­sen, sich einen lang ersehn­ten Traum zu erfül­len: Urlaub in Ita­li­en. So machen sich Fami­li­en­va­ter und Deutsch­leh­rer Udo, sei­ne Frau Rita und die sieb­zehn­jäh­ri­ge Toch­ter Jac­que­line auf, um mit dem him­mel­blau­en Tra­bant „Schor­sch“ auf den Spu­ren Goe­thes nach Nea­pel zu rei­sen. Doch die Fahrt durch den „wil­den Wes­ten“ ans Ziel wird zu einem tur­bu­lent-wit­zi­gen Aben­teu­er, bei dem mal der Foto­ap­pa­rat („Opas neu­er Japa­ner“), mal Papa Struutz und mal das Dach des Tra­bis abhan­den kom­men. Und am Ende die­ser außer­ge­wöhn­li­chen Rei­se lernt nicht nur Tra­bi Schor­sch, dass man sich nur treu blei­ben kann, wenn man den Mut hat, sich zu ändern …
Der Kult­film aus dem Jah­re 1991, der Kaba­ret­tist Wolf­gang Stum­ph über Nacht deutsch­land­weit bekannt mach­te, kommt als musi­ka­li­sche Road-Komö­die erst­mals auf die Büh­ne.

Kar­ten gibt es hier
Das Stück wird ver­tre­ten von Toll­kühn­me­dia GmbH

D E R  F R E I S C H Ü T Z  Urauf­füh­rung

Schau­spiel mit Lie­dern
von Cars­ten Gol­be­ck nach der Oper von Carl Maria von Weber und Johann Fried­rich Kind

Der Drei­ßig­jäh­ri­ge Krieg ist vor­bei. Max hat aus Lie­be zu Aga­the zur Jäge­rei gewech­selt. Doch sein unzu­ver­läs­si­ges Jagd­glück lässt ihn und Aga­the ver­zwei­feln, da er – so will es der Brauch – nur einen ein­zi­gen „Pro­be­schuss“ zu- gestan­den bekommt, um sowohl Aga­thes Hand als auch die Erb­förs­te­rei zu erhal­ten, die ihn vor einem Leben in Armut bewah­ren wür­de. Aga­the, die ohn­mäch­tig ihrem Schick­sal erge­ben ist, wird zuneh­mend von der Angst vor einer mög­li­chen Stra­fe Got­tes geplagt. Und Kas­par, der sich im Krieg mit dem Bösen ein­ge­las­sen hat, muss die­sem bin­nen 24 Stun­den ein Opfer brin­gen, wenn er nicht selbst vom Teu­fel geholt wer­den will.
Also ver­führt er den ver­zwei­fel­ten Max dazu, sich eben­falls mit dem Bösen ein­zu­las­sen. Zusam­men machen sie sich auf zur ver­ru­fe­nen Wolfs­schlucht, wo die Frei­ku­geln gegos­sen wer­den sol­len. Aga­the ahnt im Traum die nahen­de Kata­stro­phe.

Die Geschich­te des Frei­schütz’ geht auf Pro­to­kol­le eines Pro­zes­ses von 1710 zurück: Vor Gericht stand ein jun­ger Jäger, der sich mit dem Teu­fel ein­ge­las­sen haben soll, um sei­ne Kugeln auf das erwünsch­te Ziel zu len­ken. Die Neu­fas­sung des Stof­fes erzählt vor allem eine Geschich­te über Unfrei­heit und Angst als Aus­lö­ser einer Tra­gö­die.

Pre­mie­re: 10. März 2018, Schau­spiel­haus
Regie & Büh­ne: Mar­cel Kel­ler
Musik­dra­ma­tur­gie: Bernd Feucht­ner
Kos­tü­me: Kat­rin Busching
Musi­ka­li­sche Lei­tung: Edgar Mül­ler-Lecher­mann

Das Stück wird ver­tre­ten von Felix Bloch Erben

Pres­se
Frei­schütz” mit Mee­too-Anklä­gen
von Eli­sa Beck
Stuttgarter-Zeitung.de »

Zwei­deu­ti­ges und Ein­fa­ches
von Armin Bau­er

 

D R E I  M O R D E , K Ü C H E , B A D
Ter­mi­ne »
caste_katja02eine Far­ce von Cars­ten Gol­be­ck.
Wenn die Woh­nungs­su­che anfängt, hört der Spaß auf.
Miet­woh­nun­gen mutie­ren zu „Beton­gold“, Wohn­vier­tel zu ren­di­te­ori­en­tier­ten Kapi­tal­in­ves­ti­tio­nen glo­bal ope­rie­ren­der Fonds.
Uwe und Ire­ne ergeht es nicht anders. Ihr oller Wohn­blo­ck wird nach 25 Jah­ren luxus­sa­niert, sprich: „aufs Dach ne Pent­house­woh­nung, unter den Kel­ler ne Park­ga­ra­ge, vor­ne Bal­ko­ne, nach hin­ten raus die Miet­erhö­hung.“ Also will Gen­tri­fi­zie­rungs­op­fer Ire­ne ihren Traum ver­wirk­li­chen und zen­trums­nah in einer Eigen­tums­woh­nung ihr neu­es Leben als Feng Shui Bera­te­rin begin­nen — wäh­rend ihr Mann Uwe sei­ner Früh­ren­te ent­ge­gen­däm­mert. Frü­her, ja, frü­her war er ein ultra­lin­ker Frei­den­ker, der von einer besitz­lo­sen und gerech­ten Zukunft träum­te. Das mit dem ‚besitz­los’ ist das ein­zi­ge, was ihm aus der Zeit geblie­ben ist…
Doch nun sind sie hier: in einer unre­no­vier­ten, extrem maro­den „zen­trums­na­hen Drei­zim­mer­woh­nung“ – für die Ire­ne ihr gesam­tes Erspar­tes hin­blät­ter­te, um wenigs­tens den Vor­kaufs­ver­trag zu ergat­tern. Kaum haben sie ihr neu­es Zuhau­se nach allen Regeln des Feng Shui grund­ger­ei­nigt, betre­ten Phil­ipp und Jana die­sel­be, aus­ge­stat­tet mit einem noch teu­re­ren Vor­kaufs­ver­trag. Phil­ipp ist ein jun­ger, wohl­ha­ben­der Erbe und Gen­tri­fi­zie­rungs­tä­ter und plant das Wohn­vier­tel in eine hoch­ex­klu­si­ve Gated Com­mu­ni­ty zu ver­wan­deln — ein Traum für asia­ti­sche Inves­to­ren. Und gen­au die­se wer­den hier von Phil­ipp erwar­tet. Da beginnt sogar Uwes ein­ge­schla­fe­nes Bür­ger­recht­ler­herz wie­der zu erwa­chen. Als sie dann noch über eine Lei­che stol­pern, die eben­falls einen Kauf­ver­trag in der Tasche hat, wird auch Jana klar, dass der Woh­nungs­markt kein Pony­hof ist. Nach­dem sämt­li­che halb­wegs zivi­li­sier­ten Schlich­tungs­ver­su­che schei­tern und auch ein gesun­ge­ner Volks­ent­scheid aus dem Ruder läuft, däm­mert es den Vie­ren, dass gro­ße Visio­nen ihre Opfer for­dern…
Urauf­füh­rung am 27.7.16 im Topp­ler Thea­ter, Rothen­burg ob der Tau­ber

Pres­se
Dob­b­lers Stern­stun­de
Cars­ten Gol­be­ck – Jun­ge, Jun­ge, der kann Stü­cke schrei­ben! Man denkt flüch­tig an Oscar Wil­de, an Yas­mi­na Reza, an Patrick Süs­kind, aber übrig bleibt Gol­be­ck. Ein voll­kom­me­ner Guss aus per­fekt getim­tem Hand­lungs­ab­lauf mit dem hin­ter­grün­di­gen Wet­ter­leuch­ten eines herz­haft grim­mi­gen, wahr­heits­lie­ben­den Humors zeich­net das schwar­ze Lust­spiel aus um Men­schen im Kampf um eine Woh­nung.
Ein bewun­derns­wer­tes Kunst­stück, wie die aktu­el­le Mise­re auf dem Immo­bi­li­en­markt als sati­ri­sches Motiv gleich­sam in der Hori­zon­ta­len glän­zend unter­hält, dabei aber ver­ti­kal ins Klam­me zielt. Fazit: Stern­stun­de im TT.
bhi, Frän­ki­scher Anzei­ger

Laut­star­kes Polit-Bou­le­vard mit knal­li­gen Poin­ten
Bei Drei Mor­de, Küche, Bad stimmt alles. Der Text, der Ort, die Insze­nie­rung und das Ensem­ble. Das Stück sieht aus, als hät­te Yas­mi­na Reza und Dario Fo gemein­sam eine Komö­die schrei­ben wol­len, aber Cars­ten Gol­be­ck ihnen das abge­nom­men. Soll hei­ßen: Gol­be­ck ver­schmilzt abgrün­di­ge Milieu-Ana­ly­se im Modus von gut­bür­ger­li­chen Ver­bal­du­el­len mit lust­voll-knal­li­ger Sati­re. Oder kür­zer gesagt: Kon­ver­sa­ti­ons­ko­mö­die trifft Volks­thea­ter, Kaba­rett und Come­dy.
Tho­mas Wir­th, Frän­ki­sche Lan­des­zei­tung

Das Stück wird ver­tre­ten von toll­kühn-media

Nach „oben blei­ben!“ ist „Drei Mor­de, Küche, Bad“ übri­gens das zwei­te Pro­jekt von
dein.humor.braucht.dich — wohin­ter sich in ers­ter Linie die Regis­seu­rin und Stück­ent­wick­le­rin Kat­ja Wolff und ich ver­ber­gen. Wenn einem zuneh­mend regel­mä­ßi­ger das Lachen ver­geht und die ver­wi­ckel­ten Zusam­men­hän­ge und mör­de­ri­schen Neu­ig­kei­ten jeden gesun­den Men­schen­ver­stand über­for­dern, ent­wi­ckeln und ver­dau­en wir solan­ge einen gesell­schafts­po­li­ti­sch rele­van­ten Stoff, bis wir wie­der lachen kön­nen. Erst dann wird geschrie­ben.

 

D E R  S C H W A R Z E  O B E L I S K

Von Erich Maria Remar­que.
Ein berüh­ren­der und viel­schich­ti­ger Roman.„Der Roman einer Gene­ra­ti­on zwi­schen den Krie­gen: das Infla­ti­ons­jahr 1923. Eine Gesell­schaft in mora­li­scher Auf­lö­sung. Eine gan­ze Gene­ra­ti­on hat auf bit­te­re Wei­se gelernt zu über­le­ben – aber nicht, sich im Leben zurecht­zu­fin­den. Wie Lud­wig, der im Krieg wie so vie­le ande­re sei­ne Jugend ver­lor und nicht weiß, wo er hin­ge­hört.“ (kiwi-verlag)Meine ers­te Roman­be­ar­bei­tung und Nicht-Komö­die, wobei Remar­que viel und guten Humor beweist. Den­no­ch ist es die Ver­lo­ren­heit und das Nicht-Zurecht­kom­men mit der Lie­be und dem Lauf der Welt, was die­se Geschich­te für mich so ein­dring­li­ch macht. Und eine der außer­ge­wöhn­lichs­ten Lie­bes­ge­schich­ten, die ich bis­her las. Zu Unrecht so unbe­kannt.
Das Stück kam am 31.1.15 in der Regie von Mar­co Stor­man am Thea­ter Osna­brück zur Pre­mie­re.
Die Rech­te lie­gen beim Rowohlt-Ver­lag.

 

F A N T A S I O

Komi­sche Oper in 3 Akten (1870)Libretto von Paul de Mus­set nach Alfred de Mus­sets gleich­na­mi­gem Lese­dra­ma (Revue des deux Mon­des 1834)Uraufführung 18. Janu­ar 1872 an der Opé­ra comi­que.
Deut­sche Fas­sung von Cars­ten Gol­be­ck.
Die­ses spä­te Werk Offen­bachs wird sicher­li­ch eine Neu­ent­de­ckung erle­ben. Ähn­li­ch wie beim „schwar­zen Obe­lis­ken“ wun­dert man sich, dass die­ses Werk bis­her nicht bekann­ter ist. Eine poe­ti­sch-poli­ti­sche Komö­die um einen Stu­den­ten, der sich als Narr ver­klei­det, um sei­ner ange­be­te­ten Prin­zes­sin (es spielt im König­reich Bay­ern!) nahe zu sein. Um sie vor ihrer Zwangs­ehe zu bewah­ren, ris­kiert er sein eige­nes Leben und ver­hin­dert schließ­li­ch auch noch einen dro­hen­den Krieg. Ein Lob­lied auf die Phan­ta­sie und die geis­ti­ge Frei­heit. Musi­ka­li­sch mit wun­der­schö­nen Ari­en und Cou­plets aus­ge­stat­tet, sah ich die Haupt­ar­beit dar­in, zeit­lo­se sprach­li­che Bil­der zu fin­den und den bei­den Erschaf­fern eine Spra­che zu geben.
In der Regie von Bernd Mottl hat­te Fan­ta­sio am 13.12.14 Pre­mie­re am Badi­schen Staats­thea­ter Karls­ru­he.

 

D A S  K U N S T S E I D E N E   M Ä D C H E N

teaser_kunstseidenChan­son-Musi­cal nach dem gleich­na­mi­gen Roman von Irm­gard Keun.
Musik von Rai­ner Biel­feldt.
Buch und Gesangs­tex­te von Cars­ten Gol­be­ck.
“Ein durch und durch ori­gi­nel­les Buch, das den Leser unwi­der­steh­li­ch in sei­nen Wir­bel von tol­ler Lau­ne, tie­f­em Gefühl und tra­gi­scher und komi­scher Ver­stri­ckung zieht.”, erkann­te ein­st Kurt Tucholsky.Deutschland 1931. Doris ist 18 und beschließt, dem tris­ten All­tag im klein­bür­ger­li­chen Milieu ihrer Hei­mat zu ent­kom­men. So stürzt sie sich kom­pro­miss­los in das pul­sie­ren­de Leben Ber­lins. Aber der glit­zernd-bun­ten Welt ste­hen Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit und Kri­mi­na­li­tät gegen­über. Ihre Affä­ren mit Män­nern aus bes­se­ren Krei­sen sind kurz­le­big, die erträum­te Film­kar­rie­re bleibt Illu­si­on. Immer wei­ter sinkt sie hin­ab, doch ihr unbe­irr­ba­rer Traum bleibt: Sie will ein “Glanz” sein. Na? Klingt das wirk­li­ch nur nach den Drei­ßi­gern? In mei­ner Bear­bei­tung habe ich das Augen­merk dar­auf gelegt, eine heu­ti­ge Prot­ago­nis­tin her­aus zu fil­tern, eine, die durch ihre (Bildungs-)Armut kei­ne Chan­ce auf eine Kar­rie­re hat. Und so sitzt Doris vor einem Caba­ret mit Stras­sen­ca­fé und war­tet auf ihr Vor­sin­gen, als letz­te Mög­lich­keit, zu Geld zu kom­men. Als auch das nicht klappt, und über­haupt es auch mit der Lie­be so gar nicht geklappt hat, zieht sie wei­ter, als ein­zi­ges Gepäck­stück die Hoff­nung, „ein Glanz“ zu wer­den.
Die Rech­te lie­gen bei Felix Bloch Erben. Der Abend läuft seit Herbst 2014 im Foy­er des Renais­sance-Thea­ters, Ber­lin.

Mit Anto­nia Bill als Doris und Rai­ner Biel­feldt am Kla­vier
Regie: Cars­ten Gol­be­ck
Ter­mi­ne »

 

W I E   E S   E U C H   G E F Ä L L T

teaser_wieeseuchNach Wil­liam Shake­speare.
Rosa­lind liebt Orlan­do, muss aber flie­hen. Orlan­do liebt Rosa­lind, flieht eben­falls und fin­det aber Gany­med, der die Liebste für ihn mimen will und irgend­et­was mit Rosa­lind zu tun zu haben scheint… Die­sen Gany­med aber liebt Phö­be, die wie­der­um von Sil­vi­us ver­göt­tert wird. Irgend­wann erliegt auch Celia der Wir­kung des Wald­le­bens… Umrahmt wer­den die Lie­bes­aben­teu­rer von Aus­stei­gern und Umstei­gern, Sinn­su­chern, Nar­ren und sol­chen, die es noch wer­den wol­len.
Im Ori­gi­nal für mich unin­ter­es­sant auf einer Büh­ne zu sehen, ent­deck­ten wir im Vor­feld immer mehr Spiel­plät­ze, um die­sem eigen­tüm­li­chen Spiel ohne über­ra­schen­de Schluss­poin­te, dafür aber mit wirk­li­ch aben­teu­er­li­chen Cha­rak­te­ren, eine neue Far­be zu geben. Mit einer männ­li­chen Celia besetzt und zwei kom­plett neu­en Nar­ren­fi­gu­ren, konn­ten wir die­se schwie­ri­ge und poe­ti­sche Kon­struk­ti­on in 100 hit­zi­ge Minu­ten ver­wan­deln. Ich gebe zu, etwas auf Kos­ten der Poe­sie, aber Open-Air soll­te eben auch bei zehn Grad und Nie­sel­re­gen noch unter­hal­ten kön­nen.
In der Regie von Sarah Kohrs eröff­ne­te das Mon­bi­jou­thea­ter mit die­ser poin­tier­ten Fas­sung und einem tol­len Ensem­ble die Som­mer­spiel­zeit 14.
Die Rech­te lie­gen bei Felix Bloch Erben.

Pres­se
Shake­speare als kunst­voll-tur­bu­len­tes Volks­thea­ter.  Sieht man so oft nicht, auch nicht im mil­lio­nen­schwer sub­ven­tio­nier­ten Haupt­stadt-Staats­thea­ter­be­trieb, (…) Das „Mon­bi“ also ganz auf der (gewohn­ten) Höhe sei­ner fei­nen, fein saf­ti­gen, fein geist­rei­chen Kunst. Bra­vo! Hin­ge­hen! Ein herr­li­ch zau­be­ri­scher Abend.
Blog Freie Volks­büh­ne Ber­lin e.V. von Rein­hard Wen­gie­rek  

Ein tur­bu­len­ter Open-Air-Spaß mit schrul­li­gen Figu­ren und gro­ßen Gefüh­len und einem tol­len spiel­freu­di­gen Ensem­ble. Inhalt­li­ch modern ver­schlankt und ent­rüm­pelt von Cars­ten Gol­be­ck.
Büh­nen­check Ber­li­ner Mor­gen­post – boro 

Poin­ten­ge­spick­te 90 Minu­ten.
neu­es deutsch­land

O B E N   B L E I B E N !

Oben bleiben!Noch 80 Minu­ten bis zur Pre­mie­re des 2-Per­so­nen-Stücks Die Über­le­ben­de der Tita­nic. Nach über 20 Jah­ren ist es die ers­te Thea­ter­pre­mie­re der erfolg­rei­chen Seri­en­dar­stel­le­rin Vera Lan­dis. Doch ihr Büh­nen­part­ner und Ex-Mann erscheint nicht. Dafür sitzt da das Publi­kum – viel zu früh und auf der fal­schen Sei­te. Aber es lernt eine Frau ken­nen, die nicht umhin kann, mit den letz­ten Jahr­zehn­ten abzu­rech­nen. Und zwar mit allem: ihrer Fern­seh­kar­rie­re, ihrer Ehe, ihrem Beruf und den Idea­len, die sie damals noch hat­te, vor dem Mau­er­fall. Oder waren es nicht eher Georgs Idea­le, dem Revo­lu­tio­när und Auto­ren von “Die Über­le­ben­de der Tita­nic”? Eben dem Georg, der sie mit der Wen­de sit­zen ließ und mit dem Stoff nach Hol­ly­wood getürmt ist. Denn die Pre­mie­re fiel wegen des Mau­er­falls ins Was­ser, und Georg war weg – bis heu­te. Noch ein­mal wird Vera Lan­dis die Pre­mie­re nicht aus­fal­len lassen.Also macht die lebens­er­prob­te Self­made­frau das, was sie ihr gan­zes Leben gemacht hat: alles! –
um oben zu blei­ben. ‚Oben blei­ben!’ ist ein tem­po­rei­cher Mono­log auf der Grat­wan­de­rung zwi­schen den Illu­sio­nen des eige­nen Erfolgs und der har­ten Rea­li­tät, die erbar­mungs­los ein­bricht. Vera Lan­dis spricht stell­ver­tre­tend für die Gene­ra­ti­on, die noch alles hat­te und jetzt merkt, dass das Sys­tem, das sie selbst gefüt­tert hat, beginnt, sie auf­zu­fres­sen. Der Unter­gang der Tita­nic steht als Hin­ter­grund für ein sich gegen den Men­schen rich­ten­des Gesell­schafts­sys­tem, vor dem eine Frau um ihre Wür­de, ihren Platz und eine Per­spek­ti­ve kämpft.
Die Urauf­füh­rung fand am 17.09.2013 unter der Regie von Kat­ja Wolff in den Kam­mer­spie­len Ham­burg mit Gerit Kling statt.
Die Rech­te lie­gen bei dem Ver­lag Felix Bloch Erben.
Ter­mi­ne »
Zum Rein­le­sen »

Pres­se
Cars­ten Gol­becks Text ist packend und poin­ten­reich, treff­si­cher, aktu­ell und frech. Die Kling (dem Zeit­geist entspre­chend einem brei­ten TV-Publi­kum eher aus der Ham­bur­ger Serie „Not­ruf Hafen­kante“ als Ärz­tin bekannt) erweist sich auf der Büh­ne – ihrer künst­le­ri­schen Her­kunft gemäß – als eben­so quali­fi­zierte wie rampen­be­wusste Darstel­lerin für Gol­becks Mono­log, flan­kiert von Kat­ja Wolffs origi­nellen Regie­ein­fäl­len. Gerit Kling zele­briert im Rah­men die­ser Urauf­füh­rung Gol­becks Tex­tur so unge­mein sou­ve­r­än und nuan­cen­reich, dass sie ihre Premie­ren­zu­schauer gera­dezu über­rennt. So wird die Bio­gra­fie ihrer Frau­en­figur, lei­den­schaft­li­ch-thea­tra­li­sch darge­boten, bei­na­he zum Mythos: selt­sam, persön­lich, innig, ein Men­sch, der jäh den Rah­men sei­ner abge­steckten Exis­tenz sprengt. Groß­ar­tig!
Hans-Peter Kurr, Godot – Das Ham­bur­ger Thea­ter­ma­ga­zin, 9.13

Solo für eine komi­sche Schau­spie­le­rin.
Gerit Kling bril­liert in “Oben blei­ben!”
Wenn man ganz allei­ne auf der Büh­ne steht, ist Komik beson­ders schwer. Aber Gerit Kling macht das in ihrem Mono­log “Oben blei­ben!”, der am Diens­tag in den Kam­mer­spie­len Pre­mie­re hat­te, bra­vou­rös. Frech ist sie, gewandt, nur sel­ten gibt sie dem Affen zu viel Zucker. Sie gibt die Schau­spie­le­rin Vera Lan­dis (Buch: Cars­ten Gol­be­ck), die kurz vor der Pre­mie­re des Stücks “Die Über­le­ben­de der Tita­nic” auf die Hin­ter­büh­ne eines Thea­ters gerät und sich dort mit grie­chi­schem Berg­tee und jeder Men­ge Glücks­pil­len bei Lau­ne hält. Quick­le­ben­dig und mit per­fek­tem Timing zieht sie Bilanz über eine ver­säum­te Thea­ter­kar­rie­re und ihre offen­bar im Nebel getrof­fe­ne Part­ner­wahl. Gerit Kling buhlt und bib­bert, lacht und meckert, träumt und ist trau­rig. Sie kann’s. Sie gestal­tet ihre Rol­le bra­vou­rös. Das Publi­kum klatsch­te am Ende lan­ge und begeis­tert. Die Welt, 19.9.13

Aus einem Schau­spie­le­rin­nen­le­ben
Im Ein-Per­so­nen-Stück “Oben blei­ben!” über­zeugt Gerit Kling mit Bon­mots und glän­zen­dem Timing an den Ham­bur­ger Kam­mer­spie­len
Cars­ten Gol­be­ck hat ihr dazu einen wie ange­gos­sen pas­sen­den, per­sön­li­chen Text geschrie­ben, vol­ler Bon­mots und kri­ti­scher Weis­hei­ten. Da sin­niert sie über die vier Pha­sen, die eine Schau­spie­le­rin durch­läuft, und ent­deckt, “das ist doch kein Leben für ein ehr­gei­zi­ges Mäd­chen”. In Pha­se eins spielt man unschul­di­ge Opfer: “Die Män­ner ver­füh­ren uns, wir müs­sen uns umbrin­gen”. In Pha­se zwei “dür­fen auch mal Män­ner an uns zu Grun­de gehen”. In Pha­se drei spielt man über­for­der­te Müt­ter, “und ab Novem­ber die böse Stief­mut­ter oder Hexe im Weih­nachts­mär­chen. Und wer nicht all­abend­li­ch im Ofen bren­nen will, kann nur auf eines hof­fen: Vom Fern­se­hen ent­deckt zu wer­den für eine Rol­le als Kom­mis­sa­rin.”

Spä­tes­tens hier bran­det der Applaus auf, denn Gerit Kling, seit 2007 bekannt als Ober­ärz­tin aus der ZDF-Serie “Not­ruf Hafen­kan­te”, erzählt von den Zumu­tun­gen eines Schau­spie­le­rin­nen­le­bens, das selbst ihr, der Erfolg­rei­chen, nur all­zu ver­traut ist. Kling spielt Vera Lan­dis, die kurz vor der Pre­mie­re des Stücks “Die Über­le­ben­de der Tita­nic” auf die Hin­ter­büh­ne eines Thea­ters gerät und sich dort mit grie­chi­schem Berg­tee und jeder Men­ge Glücks­pil­len bei Lau­ne hält. Quick­le­ben­dig und mit dem per­fek­ten Gefühl für Timing führt sie sorg­fäl­tig geheg­te Illu­sio­nen vor, zieht Bilanz über eine ver­säum­te Thea­ter­kar­rie­re, ihre offen­bar im Nebel getrof­fe­ne Part­ner­wahl und ihren Wil­len, oben zu blei­ben, wenn der gan­ze Damp­fer unter­geht. “Was ist das für eine Gesell­schaft, die lie­ber Mes­sies beim Haus­re­no­vie­ren zuschaut als Qua­li­täts­künst­lern?”, fragt sie und spricht uns alle an. Wenn viel­leicht auch nicht die­je­ni­gen, die gera­de im Thea­ter sit­zen.

Der Unter­gang der “Tita­nic” steht auch für den Unter­gang eines Gesell­schafts­sys­tems. Lan­dis stand vor ihrem gro­ßen Durch­bruch, als die Mau­er fiel, am 9. Novem­ber 1989. Statt ins Thea­ter rann­ten die Zuschau­er zur Gren­ze. Der Regis­seur, er trug die Haa­re, als hät­te er sie sich im Dun­keln selbst geschnit­ten, ver­schwand mit dem dra­ma­ti­schen Stoff nach Hol­ly­wood. Vera wird Ste­war­dess in einer TV-Serie, zieht Bilanz über Gerech­tig­keit in Ost und West, im Leben und über­haupt. Und dann soll eine Kati Schnitt, eine Eis­kunst­läu­fe­rin, ihre Rol­le in der Serie über­neh­men. Aber Vera lässt sich nicht unter­krie­gen. “Ich wer­de bis zum Ende mit­spie­len, auf­blü­hen und oben blei­ben”, auch wenn der gan­ze kapi­ta­lis­ti­sche Damp­fer sin­ken soll­te. Gerit Kling, die vie­le wohl nur aus dem Fern­se­hen ken­nen, beherrscht die Büh­ne vir­tuos. Sie buhlt und bib­bert, lacht und meckert, träumt und ist trau­rig. Sie kann’s. Sie inter­pre­tiert und gestal­tet ihre Rol­le. Das Publi­kum klatsch­te am Ende lan­ge und begeis­tert. Arm­gard See­gers, Ham­bur­ger Abend­blatt 19.9.13

 

A M P H I T R Y O N

Theater Hexenkessel - AmphitryonAmphi­try­on, Feld­herr der Stadt The­ben, ist fri­sch liiert mit der wun­der­schö­nen Alkmene,die dem höchs­ten Gott Jupi­ter der­ma­ßen den Kopf ver­dreht hat, dass er sich in der Gestalt ihres Gat­ten eine Nacht mit ihr erschleicht. Kaum hat er sich ver­ab­schie­det, kehrt der ech­te Amphi­try­on aus dem Krieg zurück. Es beginnt ein Ver­wirr­spiel, das nicht nur den bei­den, son­dern auch ihren bei­den Ange­stell­ten Sosi­as und des­sen Gat­tin Clea den Ver­stand und das Ehe­glück kos­tet, bevor der Betrug auf­ge­deckt wer­den kann.
Die­se Fas­sung, basie­rend auf Moliè­res Bear­bei­tung, hat­te unter der Regie von Sarah Kohrs am 4.6.2013 Pre­mie­re. Scha­de, dass es nur einen Som­mer lief — ich glau­be, ich habe kei­nen Abend so oft gese­hen wie die­sen. Gro­ßes Kino!
Die Rech­te lie­gen bei dem Ver­lag Felix Bloch Erben.
Sze­nen­fo­to: Car­sta Zim­mer­mann & Anja Pahl,
Foto: Bernd Schön­ber­ger
Zum Rein­le­sen »

Pres­se
Bes­ser geht’s nicht!
Ent­schei­dend für die Wir­kung ist die Text­fas­sung von Cars­ten Gol­be­ck. Er hat das gemacht, was schon Kleist gemacht hat: Er hat Moliè­res Vor­la­ge, auf die er sich beruft, unse­rer heu­ti­gen Spra­che ange­passt. Da wird also die Lust am Reim bedient, doch die Worte ent­stam­men ein­deu­tig dem Deut­sch unse­rer Zeit, wie auch die Offen­heit, in der Ero­tik und Sexua­li­tät zur Spra­che kom­men. Es ist, wie immer bei guten Komö­di­en: Mit Lachen wer­den Trau­er, Zorn, Ohn­macht ver­trie­ben. Und gelacht wer­den darf viel! Ich hat­te wirk­li­ch Trä­nen in den Augen, so habe ich gelacht – über Sprach­wit­ze, gro­tes­ke Kör­per­spra­che, dar­über, wie wirk­li­cher Wahn­sinn – Men­schen sol­len von ande­ren aus Hoch­mut und arro­gan­ter Albern­heit miss­braucht wer­den, sol­len sich als zweit­klas­sig füh­len -, wie wirk­li­cher Wahn­sinn durch rasan­te Komik ent­larvt wird. Die Insze­nie­rung über­trägt die Klas­se der Vor­la­ge klug auf die Büh­ne. (…) Hier gelingt’s mit intel­lek­tu­el­lem Niveau in der Spra­che und mit kra­chen­der Komik in den Aktio­nen. Das ist wun­der­bar. Alle haben ges­tern vom Pre­mie­ren­pu­bli­kum viel, viel Bei­fall und Bra­vo-Rufe bekom­men. Die­se Stück­ver­si­on in die­ser Auf­füh­rung hat das For­mat zum abso­lu­ten haupt­städ­ti­schen Thea­ter-Hit die­ses Jah­res zu wer­den!
Peter Claus, rbb kul­tur­ra­dio, 6. 6. 2013  zum gan­zen Arti­kel

Die moder­ni­sier­te Fas­sung von Cars­ten Gol­be­ck mit vie­len über­ra­schen­den Gags in der Regie von Sarah Kohrs begeis­tert durch leicht­fü­ßi­gen Humor, gna­den­lo­sen Slap­stick, geist­rei­che Anspie­lun­gen und die unge­brems­te Spiel­freu­de des Ensem­bles. Der Klas­si­ker strotzt nur so vor Leben­dig­keit und über­bor­den­dem Witz.
Ber­li­ner Mor­gen­post, 11.6.13

Amphi­try­on” wird hier mäch­tig vita­li­siert. Alles mit Hän­den, Füßen und viel Herz gespielt. Sehr erfri­schend!
Lars Gro­te, Mär­ki­sche All­ge­mei­ne, 14.6.13

Die gan­ze Insze­nie­rung ist ein ein­zi­ger gro­ßer Spaß.
Lea Strei­sand, TAZ, 19.6.13

Die Anspie­lun­gen pri­ckeln ganz heu­tig, das anti­ke The­ben erzit­tert unter den Lach­at­ta­cken, die das pfeil­schnel­le, poin­ten­si­che­re Spiel her­vor­ruft. Wie immer unterm Ster­nen­him­mel ist das Schau­spie­ler-Ensem­ble der Star – und lie­fert eine Traum­per­for­man­ce: Punkt­ge­n­au, hin­ter­sin­nig, pudel­lus­tig. Per­fek­te Sommer­unterhaltung also.
Gerd Hart­mann, zit­ty, Heft 13/13

Der Trup­pe gelingt es, die alte Geschich­te in die Gegen­wart zu rücken. Alle haben Spaß an dem, was sie da tun.
Eva Förs­ter, Mär­ki­sche Oder­zei­tung und Ora­ni­en­bur­ger Gene­ral­an­zei­ger, 7.6.13

 

R I T T E R  B L A U B A R T 

Ritter BlaubartOpe­ret­te in drei Akten von Jac­ques Offen­bach,
Libret­to von Hen­ri Mei­l­hac und Ludo­vic Halé­vy, Neu­fas­sung: Cars­ten Gol­be­ck.
Wie in ‚Orpheus in der Unter­welt’ stellt Offen­bach auch hier einen all­be­kann­ten Mythos auf den Kopf: Par­al­lel zum Rit­ter Blau­bart, der sei­ne Frau­en tötet, lässt der tyran­ni­sche König Bob­è­che alle Män­ner aus dem Weg räu­men, die er als Riva­len fürch­tet. So ste­hen am Ende sie­ben tot­ge­glaub­te Frau­en sie­ben tot­ge­glaub­ten Män­nern gegenüber.Und der König hat noch mehr auf dem Kerb­holz: Ehe­dem hat­te er sei­ne klei­ne Toch­ter zuguns­ten des nach­ge­bo­re­nen männ­li­chen Spros­ses ein­fach auf dem Fluss aus­ge­setzt, um sie nun, nach­dem sich der Sohn als Tau­ge­nichts ent­puppt, fei­er­li­ch zu einer Ehe aus Staats­rai­son heim­zu­ho­len. Doch Rit­ter Blau­bart, bekannt für sei­ne Lei­den­schaft fürs schö­ne Geschlecht wie für das Unglück sei­ner Gat­tin­nen, erhebt Anspruch auf die Schö­ne. Gegen die­se Hel­den­ka­ri­ka­tu­ren hilft nur geball­te Frau­en­power in der Figur der mannstol­len, par­don, sexu­ell akti­ven Bäue­rin Bou­lot­te, die Blau­barts nur ver­meint­li­ch tote Gat­tin­nen befreit und ihn selbst nach­hal­tig kalt stellt.
Tol­le Figu­ren, ech­te Ohr­wür­mer, mehr sie­he Pres­se. Pre­mie­re: 16.12.2011 Regie: Aron Stiehl.
Die Rech­te lie­gen bei Boo­sey & Haw­kes
Zum Rein­le­sen »

Pres­se
Wenn die Dorf­schlam­pe im Jung­frau­en­lot­to gewinnt und Blau­barts sechs­te Frau wird („Nie­mals war ein Wit­wer so / wie der Rit­ter Blau­bart froh“), wenn sich ein Blu­men­mäd­chen als Prin­zes­sin und ein Schä­fer als Prinz ent­pup­pen, dann kann nur Jac­ques Offen­bach am Werk gewe­sen sein, der Erfin­der und Meis­ter der Ope­ret­te. Dazu pas­sen der Hof­schran­zen­chor („Immer in den Hin­tern krie­chen, ohne dass sie Lun­te rie­chen“) und der herrsch­süch­ti­ge König Bob­è­che, Blau­barts män­ner­mor­den­des Pen­dant. Die Ope­ret­te bringt die Ver­hält­nis­se zum Tan­zen und treibt beim absur­den Hap­py-end die Opfer zu Paa­ren: Hei­ra­ten löst alle Pro­ble­me auf ein­mal: „Ist das Leben auch gemein, lasst mal fün­fe gra­de sein!“
Ope­ret­te wirk­li­ch lus­tig zu spie­len, ist eine hohe Kunst, und Regis­seur Aron Stiehl beherrscht sie. Im lie­be­vol­len Büh­nen­bild von Jür­gen Kir­ner kommt der schwar­ze Humor zur vol­len Ent­fal­tung. Da Offen­bach auf dem Zeit­geist schwamm wie der Kork auf dem Cham­pa­gner, muss die deut­sche Über­set­zung immer wie­der auf die Höhe der Zeit gebracht wer­den: das hat Cars­ten Gol­be­ck mit Ein­füh­lungs­ver­mö­gen und Witz besorgt. Und Mar­kus Bie­rin­ger trägt den Spaß nun auch ins Orches­ter – die End­pro­ben las­sen auf eine pri­ckeln­de Pre­mie­re hof­fen. Ste­pha­nie Schä­fer als Bou­lot­te, Cars­ten Süß als Rit­ter Blau­bart: ein umwer­fend komi­sches Paar mit Char­me! Dazu noch vie­le groß­ar­ti­ge Sän­ger und ein ins Spie­len ver­lieb­ter Opern­chor. Da muss man ein­fach dabei sein.

Nach der Super­jung­frau der The­ra­peut
Das ist Ope­ret­te in absurd fre­cher Hoch­form. Gro­ßen Anteil dar­an hat Cars­ten Gol­becks rasan­te Text­neu­fas­sung, nah am Puls der Zeit, respekt­los und mit gro­ßem Wort­witz: „Blau­bart sucht Super­jung­frau!“, singt der Chor da event-kom­pa­ti­bel. Und nach­dem der Rit­ter von sei­nen sechs ganz und gar nicht toten Frau­en heim­ge­sucht wird, gelobt er poli­ti­sche Kor­rekt­heit: „Ich geh auch zum The­ra­peu­ten … ich werd‘ alles reflek­tie­ren.“ Das ist das Dop­pel­bö­di­ge an der G‘schicht‘: Beginnt man den Abend zu reflek­tie­ren, bleibt Unbe­ha­gen nicht aus. Die Oppor­tu­nis­ten, Spei­chel­le­cker und Selbst­dar­stel­ler schei­nen nicht aus­zu­ster­ben. Oder anders gesagt: Ihre Prä­senz in der Gegen­wart macht Offen­bachs Ope­ret­te reich­li­ch modern. Ihre Musik eben­so.
Alex­an­der Dick, Badi­sche Zei­tung, 22.12.2012

Der Geist des gro­ßen Spöt­ters
In Aron Stiehls bra­vou­rö­ser Insze­nie­rung erfuhr der Klas­si­ker eine aus­ge­spro­chen attrak­ti­ve, vom Pre­mie­ren­pu­bli­kum mit Ova­tio­nen auf­ge­nom­me­ne Auf­füh­rung … Für eine heu­ti­ge Auf­füh­rung spielt aller­dings auf jeden Fall die Auf­ga­be, die­se Gesell­schafts­sa­ti­re auf gegen­wär­ti­ge gesell­schaft­li­che Vor­gän­ge und Mus­ter zu über­tra­gen und even­tu­ell auf Per­sön­lich­kei­ten des öffent­li­chen Lebens. In Karls­ru­he fand sie eine über­zeu­gen­de Lösung. Der Text des in Ber­lin leben­den Autors, Regis­seurs und Dra­ma­tur­gen Cars­ten Gol­be­ck ist poin­tiert, wit­zig, flott, mit­un­ter frech und bezieht sich unmit­tel­bar auf den All­tag: eine güns­ti­ge Grund­la­ge. Aron Stiehl nutz­te sie beherzt. Das Spiel … ent­fal­te­te sich gelöst, beschwingt, tem­po­reich, ohne jeg­li­chen Leer­lauf. Es gab eine statt­li­che Zahl augen­zwin­kernd iro­ni­scher Gags.
Gabor Halasz, Die Rhein­pfalz, 20.12.2011

Ope­ret­te, Ope­ret­te!
„Rit­ter Blau­bart“ mag eini­ge Wahr­hei­ten über die Lie­be ent­hal­ten, nicht zuletzt aber steckt die­se Opé­ra-Bouf­fe vol­ler Anspie­lun­gen auf die Blen­der und Falsch­mün­zer in der Poli­tik. Inso­fern passt es, dass in der Karls­ru­her Pro­duk­ti­on mal Carl Theo­dor zu Gut­ten­berg, mal Sil­vio Ber­lus­co­ni erwähnt wird. Ohne­hin sind dort deut­li­che Akzen­te Trumpf – in Cars­ten Gol­becks stark heu­ti­ger Text­fas­sung eben­so wie im lust­voll phan­ta­sie­vol­len Büh­nen­bild von Jür­gen Kir­ner, in den punkt­ge­n­au über­zo­ge­nen Kos­tü­men von Fran­zis­ka Jacob­sen (die wie bei Neu­rei­chen immer ein gewis­ses Zuviel haben) oder in Ste­fan Woin­kes Licht­re­gie, die weder an Far­ben noch an Fehl­far­ben spart, damit alles noch dra­ma­ti­scher, noch glü­hen­der, noch kit­schi­ger wirkt. Über­trei­bung ist ange­sagt, spa­ßig statt spie­ßig.
Dabei gibt es köst­li­che musi­ka­li­sche Momen­te, etwa wenn der von Ulrich Wag­ner bes­tens vor­be­rei­te­te Chor das Auf­stiegs­re­zept der Hof­schran­zen zum bes­ten gibt („Immer in den Hin­tern krie­chen“). Klang­schön und stimm­si­cher mit wei­chem, aber kräf­ti­gem Ten­or singt Cars­ten Süss den Blau­bart, dem er auch dar­stel­le­ri­sch über­zeu­gen­de Kon­tur gibt – als macht­be­wuss­ten Macho mit leicht phi­lo­so­phi­schem Ein­schlag und der nöti­gen Por­ti­on Ver­wir­rung, als ihm Bou­lot­te erklärt, dass sie gar nicht die Jung­frau war, für die er sie hielt. Ste­fa­nie Schae­fer geht die­se Rol­le beherzt, wit­zig und einem far­bi­gen Mez­zo an, mit dem sie sich sou­ve­r­än zwi­schen ver­füh­re­ri­sch und ver­schüch­tert bewegt.
Badi­sche Neu­es­te Nach­rich­ten, 19.12.2011

Rit­ter Blau­bart“ in Karls­ru­he – über­mü­tig insze­niert von Aron Stiehl und Aus­stat­ter Jür­gen Kir­ner
In der Ope­ret­te „Rit­ter Blau­bart“ von Jaques Offen­bach schaut jeder, wo er bleibt, und da jeder an sich denkt, ist an alle gedacht. In Karls­ru­he hat Cars­ten Gol­be­ck den Text, ganz im Geist der Gat­tung Ope­ret­te, umge­dich­tet, und so man­che aktu­el­le Poin­te zün­det. – Sprit­zig und wit­zig, manch­mal auch sehr albern, nimmt die­ser „Rit­ter Blau­bart“ den gan­zen all­täg­li­chen Unter­hal­tungs­wahn­sinn auf die Schip­pe.
Badi­sches Tag­blatt, 19.12.2011

 

Live Hör­spie­le

Ein Live-Hör­spiel ist: weni­ge Schau­spie­ler, vie­le Rol­len, mal Hör­spiel, mal Impro­thea­ter, mal Geräu­sche­ma­cher —  und das Publi­kum mit­ten­drin. Eine Mischung aus sze­ni­scher Lesung, gespiel­ten Sze­nen, Impro­vi­sa­ti­on, vor­ge­fer­tig­tem Sound­track und „selbst gemach­ten“ Geräu­schen. Aktu­ell. Schnell. Komi­sch.

Club d'EuropeC L U B  D’ E U R O P E
Thea­ter Osna­brück, 2013
24 Stun­den im Leben drei­er Euro­pä­er (die sich nicht alle unbe­dingt als sol­che wahr­neh­men), um den Geist Euro­pas nach­zu­spü­ren. Der Club d’Europe hat es sich zur Auf­ga­be gemacht, Miss­stän­de in der EU-Poli­tik zu benen­nen und behe­ben. Heu­te: das Frei­han­dels­ab­kom­men, das Par­al­lel­recht und eine kaba­rett­rei­fe Rei­se zu den EU-Orga­nen nach Brüs­sel. Live-Hör­spiel für das Spiel­trieb-Fes­ti­val zum Mot­to ‚Total real’. Zum Rein­le­sen »

Pres­se

Cars­ten Gol­becks „Club d’Europe“ dürf­te weit vorn lie­gen, gäbe es einen Publi­kums­preis der „Spiel­trie­be“. Vor allem die Dar­stel­ler Patrick Berg, Ste­pha­nie Scha­de­weg und Mar­tin Schwar­ten­grä­ber agier­ten reak­ti­ons­schnell und umwer­fend wit­zig im Spei­cher drei der Spe­di­ti­on Hell­mann.

Neue Osna­brü­ck­er Zei­tung, 9.9.13

Cars­ten Gol­be­ck hat die Geschich­te eines unei­nig geein­ten Kon­ti­nents als schril­le Para­bel um Mar­ke­ting und Poli­tik erzählt. Vor­er­st mit unge­wis­sem Aus­gang. Dafür mit einer unge­müt­li­chen Visi­on.
Deutsch­land­ra­dio, 9.9.13

Cars­ten Gol­be­ck hat daher Inter­views mit Osna­brü­ckern über die Idee Euro­pa geführt – für den Aspekt Dokutheater/Rechercheprojekt – und die Aus­sa­gen in einen Kri­mi­plot mit Kaba­rett­gau­di ein­ge­baut, um das Authen­ti­sche mit dem Fik­tio­na­len zu ver­men­gen.
taz, 9.9.13

…Mal als Bett­kan­ten­ge­schich­te mit Ver­ge­wal­ti­ger, dann als TV-Show (Top-Sze­ne!) und Lie­bes­lied. Rasant ver­al­bert das Trio (Ste­pha­nie Scha­de­weg, Patrick Berg, Mar­tin Schwar­ten­grä­ber) das Euro­pa-Des­in­ter­es­se, Ver­schwö­rungs­theo­ri­en und das EU-Orni­gramm. Gol­be­ck betreibt Gesell­schafts­kri­tik für Zuschau­er, die noch nicht auf alles eine Ant­wort haben. Wer Kaba­rett recht­ha­be­ri­sch fin­det, ist hier rich­tig.
Dani­el Bene­dict, Neue Osna­brü­ck­er Zei­tung, 9.9.13

Empör michE M P Ö R   M I C H !
Thea­ter Osna­brück, 2012
Rat­lo­sig­keit greift um sich, ange­sichts poli­ti­scher Ent­schei­dun­gen, die nur noch weni­ge nach­voll­zie­hen kön­nen. Höchs­te Zeit also, dass jeder sich wie­der ein­mischt. Und mit Empö­rung fängt es an! Nur: Was kön­nen wir tun, wenn sie sich ein­fach nicht ein­stel­len will? Eine komi­sche und abgrün­di­ge Suche nach Blo­cka­den und Res­sen­ti­ments zur Ret­tung der Demo­kra­tie.

Empör mich!E M P Ö R   M I C H !
BKA, Ber­lin, 2012. Die Fort­set­zung
Für Ber­lin wei­ter­ent­wi­ckel­te Empö­rungs-Per­for­man­ce um einen schei­tern­den Radio-Jour­na­lis­ten, sei­ner kapi­ta­lis­ti­schen Schwes­ter, Besit­ze­rin eines Well­ness-Stu­di­os, und sei­ner sar­kas­ti­schen Freun­din. Die drei gewin­nen einen Urlaub in einem Kri­sen­land ihrer Wahl, auf Staats­kos­ten, um so Geld in die Kri­sen­län­der zu brin­gen. Erneu­ter Ver­su­ch, die Zeit zu ver­ste­hen, in der wir leben. Zum Rein­le­sen »

Pres­se

Vie­le Geräu­sche, bun­te Kos­tü­me, film­ähn­li­che Sze­nen­wech­sel, inne­re Mono­lo­ge, abge­le­se­ner Text, Impro­vi­sa­ti­on, Schau­spiel – das Live-Hör­spiel ist weder Thea­ter, noch Hör­spiel, noch Film und doch wie­der alles. Kurz: eine sehens­wer­te Inno­va­ti­on.
NDR Kul­tur

…ein anar­chi­scher Abend über die Hilf­lo­sig­keit, die jeder­manns Wut über all die Kri­sen­mel­dun­gen der Abend­nach­rich­ten als heim­li­cher Schat­ten beglei­tet. Andert­halb Stun­den lach­te das Publi­kum dabei durch – und das, obwohl sich doch eigent­li­ch kei­ner so rich­tig wohl füh­len konn­te: die Zuschau­er nicht, die hier ihre eige­ne Rat­lo­sig­keit gespie­gelt sahen. Die Ver­tre­ter der Frie­dens­stadt nicht (…). Wir von der Pres­se nicht (…) Nicht ein­mal sich selbst schon­te das Thea­ter (…). Beque­men Paro­len wur­den die Dilem­ma des schwie­ri­gen The­mas ent­ge­gen­ge­hal­ten. Ein gelun­ge­ner Kon­trast zu den Rou­ti­nen der Empö­rung.
Neue Osna­brü­ck­er Zei­tung

Live-Hör­spiel brach­te Gefähr­dung der Demo­kra­tie auf den Punkt’
“…umge­ben von Com­pu­ter­tas­ta­tu­ren, Hüten, Gemü­se und Papp­be­chern, saßen die Schau­spie­ler an einem Tisch und lie­fer­ten in wech­seln­den Rol­len das Bild einer Demo­kra­tie, die zuneh­mend von Finanz­kri­se, Ban­ken­will­kür, media­lem Gewinn­stre­ben und ver­lo­re­nen Idea­len bestimmt wird. Ein­ge­rahmt von Ein­spie­lun­gen einer Bür­ger­be­fra­gung zum The­ma Demo­kra­tie aus der Osna­brü­ck­er Innen­stadt, wur­den die Cha­rak­te­re an ihre demo­kra­ti­schen Gren­zen gesto­ßen. Wie es sich in einem Live-Hör­spiel gehört, lie­fer­ten die Dar­stel­ler die akus­ti­schen Rei­ze gleich mit. Das am Ende der idea­lis­ti­sche Chris­to­ph weder Anke noch Hol­ger für die Teil­nah­me an einer Demon­s­ta­ti­on gewann, erschien als fol­ge­rich­ti­ge Reak­ti­on einer demo­kra­tie­mü­den Gesell­schaft. Oder wie es die gequäl­te Göt­tin Demo­kra­zia aus­ge­drückt hat­te: “Alle reden so laut von mir, damit kei­ner hört, wie lei­se ich gewor­den bin.”
Neue Osna­brü­ck­er Zei­tung

Auf­trags-Live­hör­spie­le für das Noc­ti Vagus, Dun­kel­re­stau­rant Ber­lin

W E I H N A C H T E N  A M  W E S T H A F E N
Noc­ti Vagus 2011/2012
Tom­mi wird ent­führt. Und zwar von einem Weih­nachts­mann. Und das an Hei­lig Abend. Sei­ne ego­zen­tri­schen Eltern mer­ken es zwar viel zu spät, aber immer­hin noch vor der Besche­rung. Eine aben­teu­er­li­che Suche beginnt, auf der sie sich nicht nur den Unwäg­bar­kei­ten der nächt­li­chen Hafen­ge­gend aus­set­zen, son­dern vor allem ihren ehe­li­chen Geständ­nis­sen, bevor ihre Suche eine über­ra­schen­de Wen­dung nimmt.

N O C T I   N O I R
Noc­ti Vagus 2011
Ter­ro­ris­ten haben das Tages­licht in ihre Gewalt gebracht und erpres­sen die Regie­rung. Die Spe­zi­al­agen­tin des Roten Rat­hau­ses, Mona A. Mur und der Phy­sik­pro­fes­sor Robert Wild müs­sen den Fall lösen, bevor ganz Euro­pa im Dun­keln ver­sinkt. Ein beson­ders gro­ßes Hin­der­nis, Licht in die Sache zu brin­gen, ist die Tat­sa­che, dass alles in einem Dun­kel­re­stau­rant spielt.

Fol­gen­de Pro­duk­tio­nen hat­ten im Münch­ner Volks­thea­ter Pre­mie­re und waren dort regel­mä­ßig auf der Klei­nen Büh­ne zu sehen

SuperpositionS U P E R P O S I T I O N
2010
In die­sem Live-Hör­spiel geht es um die Ent­ste­hung von Wahr­neh­mung, um die Gren­zen unse­rer Wahr­neh­mungs­fä­hig­keit und dem, was da hin­ter lie­gen könn­te. Am Ein­zugs­abend von Yvon­ne erscheint ein Mann, der ohne ein Wort zu sagen über den Bal­kon springt. Sei­ne plötz­li­ch erschei­nen­de Mit­ar­bei­te­rin beteu­ert, dass er lebt, wenn alle dar­an glau­ben.
Eine schrä­ge Varia­ti­on über Schrö­din­gers Kat­ze und über ein Expe­ri­ment, das an der Angst dar­über schei­tert, dass es funk­tio­nie­ren könn­te…

Die Kri­mi-Welt­ret­tungs-Tri­lo­gie

Operation SternbergO P E R A T I O N   S T E R N B E R G
2010, 3. Teil
Isa­bel­la Bach und ihre Freun­de sto­ßen auf einen Wis­sen­schaft­ler, der mit­tels außer­ir­di­scher Tech­nik sei­ne Gedan­ken mate­ria­li­sie­ren kann. Wäh­rend sei­ne Klon-Armee der Erde den Sau­er­stoff ent­zieht, kommt es zum Gedan­ken-Duell zwi­schen dem Wis­sen­schaft­ler und dem Publi­kum. Ein gedank­li­ches Kräf­te­mes­sen um unse­re Zukunft beginnt…

Pres­se

Cars­ten Gol­be­ck setzt in “Ope­ra­ti­on Stern­berg”, sei­nem vier­ten Live-Hör­spiel am Münch­ner Volks­thea­ter, das Prin­zip der unkon­trol­lier­ten Per­si­fla­ge fort. Dies­mal: Fern­seh­cops, Mys­te­ry­thril­ler und Action-Movies. Die TV-Kom­mis­sa­rin Isa­bel­la Bach ist groß­ar­tig inkom­pe­tent, die hys­te­ri­sch ver­spann­te Dreh­buch­au­to­rin kann kei­ne Ent­schei­dun­gen ohne ihren The­ra­peu­ten tref­fen, und ihr Lover mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund (das Unwort bie­tet Anlass zu man­nig­fa­chen Spä­ßen) suhlt sich in den Nie­de­run­gen schlech­ten Humors. (…) Als Trash soll­te sich die char­man­te Live­hör­spiel­rei­he noch viel erns­ter neh­men.
Süd­deut­sche Zei­tung, 23.11.09

Der Himmel über BavariaD E R    H I M M E L   Ü B E R   B A V A R I A
2009, 2. Teil
Ein Geo­man­tie-Kri­mi als Dan Brown Per­si­fla­ge. Die Fern­seh-Kom­mis­sa­rin Isa­bel­la Bach ver­wech­selt ihre Film­rol­le mit dem Leben und stol­pert in einen Road-Movie um einen alt­ägyp­ti­schen Wei­sen und den „Stein des Wei­sen“. Eine Schnit­zel­jagd mit tat­säch­li­chen Rät­seln alter Münch­ner Bau­denk­mä­ler.  Zum Rein­le­sen »

Pres­se

…Ver­neig­te man sich das letz­te Mal noch vor den Sex­ploi­ta­ti­on-Fil­men, erweist man dies­mal den Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kern die Ehre, allen vor­an Dan Brown und sei­nem ‚Da Vin­ci Code’. Sowie Kang und Kodos von den Simpsons, Tick, Trick und Track, den Wes­tern-Hel­den der Bas­tei-Lüb­be-Heft­chen und den Girls von Las Ketch­up. Her­aus­ge­kom­men ist eine durch­ge­knall­te Per­si­fla­ge, die ihres­glei­chen sucht.
Süd­deut­sche Zei­tung, 22.6.09

Die Blumen des BösenD I E   B L U M E N   D E S   B Ö S E N
2009, 1. Teil
Welt­ver­schwö­rung unter dem Glo­cken­bach­vier­tel, Mün­chen. Der Kon­zern Bio­Mon­do züch­tet heim­li­ch ein künst­li­ches Gewächs, um den Dik­ta­to­ren der Welt bil­li­gen Fraß für das Volk zu lie­fern, wäh­rend es gleich­zei­tig über die Bio-Läden Ver­su­che an der Bevöl­ke­rung  vor­nimmt. Poli­ti­sch unkor­rek­te Sati­re rund um zwei ziem­li­ch vul­gä­re Freun­din­nen, die wider Wil­len zu Spe­zi­al­agen­tin­nen wer­den.

Racheengel auf der BlutinselR A C H E E N G E L   A U F   D E R   B L U T I N S E L
2008
nach dem Hör­spiel ‚Walk of Fame’ von U. Bas­sen­ge
Eine Hom­ma­ge an die mie­sen Auto­ki­no­strei­fen der 50-/60 er Jah­re. Ein Zom­bie­Por­noS­plat­ter­Dreh in den Tro­pen, der ziem­li­ch schief geht.

Pres­se

(nach dem Ori­gi­nal­hör­spiel von U. Bas­sen­ge)
Das Publi­kum hat von Anfang an sei­nen Spaß dar­an, wie Jean-Luc Bubert als schmie­ri­ger Har­vey Blitz in offe­nem Hawaii-Hemd sich plas­tik­be­cher­wei­se Koks rein­zieht und “bes­tia­li­sches Schrei­en, gekne­bel­tes Fle­hen, Todes­wim­mern” von sei­nen Dar­stel­le­rin­nen ver­langt; wie Ursu­la Maria Burk­hart die abge­half­ter­te Maria San­t­ana gibt; wie Ste­pha­nie Scha­de­weg als Pus­sy ins Mikro piepst; und wie Timur Isik als Paul kru­de Sze­nen in die Schreib­ma­schine häm­mert. Der Abend ist Trash pur, schmud­de­lig, laut, komi­sch. Hof­fent­li­ch wird die Rei­he Live-Hör­spiel fort­ge­setzt.
Süd­deut­sche Zei­tung, 24.1.09

Scheitern für FortgeschritteneS C H E I T E R N   F Ü R   F O R T G E S C H R I T T E N E
2008
nach einem Hör­spiel von Sero­to­nin
Ein klas­si­scher Loser grün­det eine Aka­de­mie fürs Schei­tern und schei­tert am Erfolg der Aka­de­mie.