Alex­an­der-Tech­nik

Alexander-TechnikAnstel­le einer Erklä­rung, was die Alex­an­der-Tech­nik gen­au ist und bewirkt, möch­te ich erst­mal erzäh­len, war­um sie so wich­tig für mich wur­de, dass ich mich zu einer drei­jä­hi­gen Aus­bil­dung ent­schloss. Eine genaue­re Erläu­te­rung die­ser Arbeit folgt.

Die gan­zen 90er hin­durch stand ich als Schau­spie­ler, vor allem aber als Sän­ger auf der Büh­ne und mein­te, mei­ne Erfül­lung gefun­den zu haben. Des­halb war es umso irri­tie­ren­der, dass ich unter stän­di­gen Hals­ent­zün­dun­gen, unter Hei­ser­keit und einer hohen Anfäl­lig­keit für Krank­heits­er­re­ger litt, die auch nur annä­hernd in mei­ne Nähe kamen.
Trotz stän­di­ger Wei­ter­bil­dung mei­ner Stim­me bekam ich weder die Hei­ser­keit, noch die Hals­ent­zün­dun­gen in den Griff. Ich lieb­te es zu sin­gen, mus­s­te aber fest­stel­len, dass es läs­ti­ge Blo­cka­den gab, an die weder ich, noch mei­ne Gesangs­leh­rer her­an­ka­men. Durch mei­ne Tätig­keit am Münch­ner Volks­thea­ter hat­te ich spä­ter genug Gele­gen­heit, vie­le Schau­spie­ler und Sän­ger beim Gebrauch ihrer Stim­me zu stu­die­ren. Auch hier beob­ach­te­te ich des Öfte­ren Span­nun­gen, deren Wir­kun­gen nicht aus­blie­ben. Zudem war ich regel­mä­ßig Gast­ge­ber einer Show, in der ich sang und mode­rier­te und mus­s­te fest­stel­len, dass mei­ne Pro­ble­me sich wei­ter ver­schlim­mer­ten. Da ich alles land­läu­fig Bekann­te bereits aus­pro­biert hat­te, war es ein Freund und Ken­ner der Kör­per­ar­beits-Sze­ne, der mich auf die Alex­an­der-Tech­nik auf­merk­sam mach­te. Weil ich mit dem Wort nichts anfan­gen konn­te, dau­er­te es ziem­li­ch lan­ge, bis ich end­li­ch hin­ging. Ich glaub­te, mei­nen Ohren nicht zu trau­en, als es hieß, die Lösung sei nicht, alles anders zu machen, son­dern eben ‚nicht zu machen’. Non-Doing. Mein Kör­per reagier­te unmit­tel­bar. Die­ses Erleb­nis, als sich nach über 30 Jah­ren Span­nun­gen lös­ten, deren Exis­tenz ich nicht mal hät­te benen­nen kön­nen, so sehr gehör­ten sie zu mir, war über­wäl­ti­gend. Mir war sofort klar, dass ich da einen für mich rele­van­ten Schlüs­sel gefun­den hat­te.
Der Ent­de­cker die­ser psy­cho-phy­sio­lo­gi­schen Arbeit, F.M. Alex­an­der, war selbst ein soge­nann­ter Rezi­ta­tor, der unter chro­ni­scher Büh­nen­hei­ser­keit litt. Er ent­deck­te die inne­ren Zusam­men­hän­ge der gewohn­heits­mä­ßi­gen Ver­kür­zun­gen, Ver­span­nun­gen und des inne­ren Dru­ckes, der zu einem schlech­ten Gebrauch unse­res Kör­pers und Geis­tes führt (sein Haupt­werk heißt: Der Gebrauch des Selbst). Somit erle­be ich die Alex­an­der-Tech­nik als ein Mit­tel, unnö­ti­ge Ver­span­nun­gen, Blo­cka­den und Bewe­gungs­mus­ter dau­er­haft auf­zu­lö­sen. Dass sich damit auch geistig/seelische Mus­ter lösen kön­nen, die sich durch unse­re Bewe­gungs­mus­ter aus­drü­cken, ist das fast noch grö­ße­re Geschenk.
Die­se Ände­rung stö­ren­der oder schmerz­haf­ter Gewohn­hei­ten  ist natür­li­ch nicht mit ein paar Stun­den erle­digt. Aber der Schü­ler lernt, selbst an sich zu “arbei­ten”. Die eige­ne Ent­wick­lung ist nicht abhän­gig von einem Leh­rer. Das war mir sehr wich­tig. Da ich mei­ne Mus­ter als gra­vie­rend emp­fand und ich schon immer das Bedürf­nis hat­te, Din­ge wei­ter­zu­ge­ben, die ich als wert­voll und lebens­er­leich­ternd erle­be, ent­schloss ich mich also, das wei­ter­zu­ge­ben, was viel­leicht auch ande­ren Men­schen hel­fen könn­te, sich selbst und sein Selbst bes­ser zu gebrau­chen. Ohne zu tun.

DAS HÖR­BUCH: Zusam­men mit Jonas Nie­der­stadt habe ich aus dem Schlüs­sel­werk Alex­an­ders “Der Gebrauch des Selbst” ein Hör­buch gemacht. Dar­in erklärt F.M.Alexander die Ent­ste­hung sei­ner Tech­nik, die Schwie­rig­kei­ten, denen er sich gegen­über sah, und sei­ne ein­fa­chen, aber wir­kungs­vol­len und weit­rei­chen­den Ent­de­ckun­gen, die zu sei­nen wesent­li­chen Erkennt­nis­sen führ­ten. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Bestell­mög­lich­kei­ten gibt es auf www.dergebrauchdesselbst.de
Ein Hör­bei­spiel gibt es hier

Seit Janu­ar 2017 bie­te ich regel­mä­ßig eine Kom­bi­na­ti­on aus Alex­an­der­tech­nik und Medi­ta­ti­on im o-yoga-stu­dio in Schö­ne­berg an. Für die Ter­mi­ne sie­he hier